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Sport

RB Leipzigs Champions-League-Chancen im Licht der Realität

RB Leipzig hat in dieser Saison nur 8 von 30 möglichen Punkten in Top-Spielen gesammelt. Eine Analyse der momentanen Form und der Champions-League-Ambitionen der Mannschaft.

Laura Müller1. Juli 20262 Min. Lesezeit

Wenn man sich die Leistungen von RB Leipzig in dieser Saison ansieht, könnte man leicht zu dem Schluss kommen, dass die Champions-League-Ambitionen der Mannschaft etwas überbewertet sind. Mit nur 8 von 30 möglichen Punkten aus den sogenannten Top-Spielen hat sich der Verein in einem Licht präsentiert, das eher schattig als strahlend erscheint. Die Spiele gegen direkte Konkurrenten im Meisterschaftsrennen haben nicht nur wichtige Punkte gekostet, sondern auch einen schalen Nachgeschmack hinterlassen, der auf eine tiefere Problematik hinweist.

Die Erklärungen für diese bescheidene Ausbeute sind so vielfältig wie die Taktiken der gegnerischen Trainer. Einmal ist es die mangelnde Effizienz im Abschluss, der man immer wieder begegnet – mehr als eine Handvoll hochkarätiger Chancen wurde im Laufe der Spiele leichtfertig vergeben. Was werden die Besucher im Stadion wohl denken, wenn der eigene Stürmer das Tor nicht trifft, während der Gegner, so scheint es, aus jeder noch so kleinen Gelegenheit Kapital schlagen kann? Ein frustrierendes Bild, das die Fans in die Zwangslage bringt, die eigene Mannschaft argwöhnisch zu hinterfragen.

Daneben kommt die Tatsache ins Spiel, dass Leipzigs Defensive nicht gerade als Bollwerk der Unüberwindbarkeit bekannt ist. Hier zeigt sich die Unberechenbarkeit der Mannschaft: In einigen Spielen kommt sie mit einem soliden Auftritt daher, während sie in anderen den Eindruck eines Passagiers auf einer Schiffsreise vermittelt, der nicht weiß, wo der Kurs hingeht. Es stellt sich unweigerlich die Frage, ob die Spieler das Niveau, das sie für die Champions League benötigen, wirklich besitzen. Die Antwort darauf bleibt in der Luft hängen und wird von den Fans mit ungutem Gefühl wahrgenommen.

Trainer Marco Rose steht vor der Herausforderung, nicht nur Ergebnisse zu liefern, sondern auch das Vertrauen der Anhängerschaft zurückzugewinnen. Die Frage ist, wie das gelingt. Ist es die Integration junger Talente, die noch nicht durch die Widrigkeiten eines langen Saisons geprägt sind? Oder sollte man vielleicht auf erfahrenere Akteure setzen, die bereits wissen, wie man in knackigen Situationen die Nerven behält? Hier steht Leipzig an einem Scheideweg.

Die Champions League ist bekanntlich ein anderer Wettbewerb, in dem die Anforderungen an Mannschaft und Spieler noch einmal erheblich steigen. Im Vergleich zur Bundesliga, wo man sich manchmal gegen gleichwertige Gegner misst, erwarten die europäischen Topklubs eine ganz andere Art von Profil. Und hier könnte Leipzig das große Manko aufweisen: In den entscheidenden Spielen fehlt es an der nötigen Coolness und dem Gespür für den richtigen Moment.

Für die kommenden Partien bleibt nur zu hoffen, dass die Verantwortlichen und Spieler die letzten Restzweifel in der Luft zerstreuen können. Sollte die Mannschaft nicht bald in die Gänge kommen, könnte die Diskussion über die Champions-League-Ambitionen schnell in einen weit weniger schmeichelhaften Tenor umschlagen. Die Enttäuschung über die bisherige Leistung ist – nahezu unvermeidlich – ein emotionales Thema, das die fanatische Anhängerschaft stark beschäftigt, und das Geduldsspiel hat gerade erst begonnen.

Die Zukunft wird zeigen, ob RB Leipzig vom Schattendasein in der Bundesliga in die strahlenden Lichter der Champions League aufsteigen kann oder ob die Mannschaft als das gebrandmarkte Beispiel für ungenutztes Potenzial gelten wird. Der Verlauf dieser Saison wird entscheiden, ob Leipzigs Zeit auf dem internationalen Parkett gekommen ist oder ob der Verein weiterhin im deutschen Fußball einen Platz im besten Mittelfeld hinter den großen Konkurrenten einnehmen wird.

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